Klein und unscheinbar und doch ein Wunderkraut

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Gärtnern liegt voll im Trend. Dabei geht es nicht nur darum, Terrasse oder Balkon mit hübschen Blumen zu verschönern, der Anbau von Kräutern, Obst und Gemüse gewinnt immer mehr an Bedeutung. Der Mensch sehnt sich nach frischen und vor allem unbelasteten Produkten. Das ist ein Grund für den Trend zur Selbstversorgung. Ein anderer ist, dass es einfach Spaß macht, Tomaten, Gurken und Co. beim Wachsen zuzuschauen. Sie können in Töpfen und Kübeln angebaut werden und fühlen sich auch auf dem Balkon wohl. Das gilt ebenso für die meisten Kräuter, die sogar auf der Fensterbank gehalten werden können. Kräuter würzen nicht nur, sie sind sehr gesund.

Vielseitig und besonders pflegeleicht

Das gilt nicht nur aber eben auch für die Petersilie. Glatte oder krause Petersilie wird in deutschen Küchen wohl am häufigsten eingesetzt. Sie verfeinert Suppen, Eintöpfe, Soßen und Salate und ist in Anbau und Pflege gänzlich unproblematisch. Ein schattiges Plätzchen reicht aus und die interessante Nutzpflanze wächst und gedeiht bis weit in den Herbst hinein. Allerdings hält Petersilie im Topf auf der Fensterbank nur, bis es gänzlich abgeerntet ist. Im Garten hat man zwei Jahre etwas von der Pflanze. Im Frühjahr ausgesät, können die tiefgrünen Rosetten mit den aromatischen Stielen ab Juli geerntet werden. Im zweiten Jahr treibt die Pflanze aus und entwickelt gelblich-grüne Doldenblüten. Wenn Petersilie blüht, sollte sie nicht mehr verwendet werden. Mit der Blüte bildet sich Apiol, ein Giftstoff, der Allergien auslösen und in hoher Dosis zu Leber- und Nierenschäden führen kann.

Eine üppige Vitamin-Quelle

Vor der Blüte aber ist Petersilie ein wahres Wunderkraut. Sie ist reich an fast allen Vitaminen und Mineralstoffen. Insbesondere der hohe Vitamin-C-Gehalt kann leicht mit Zitrusfrüchten mithalten. In 100 Gramm frischer Petersilie steckt mit 160 Milligramm mehr als der durchschnittliche Tagesbedarf von 100 Milligramm an Vitamin C. Es ist also durchaus gesund, mehr als die wenigen Petersilienblättchen im Salat zu sich zu nehmen. Wie wäre es hin und wieder mit einem Kräuter-Smoothie mit viel Petersilie? Im Übrigen hilft die Petersilie mit ihrem hohen Vitamin C-Gehalt dem Körper das mit der Nahrung aufgenommene Eisen zu verwerten. Die ausgesprochen heilsame Wirkung von Petersilie war schon Hildegard von Bingen bekannt. Sie hat aus Petersilie, Wein, etwas Essig und viel Honig ihren berühmten „Herzwein“ gekocht und zur Vorbeugung vor allerlei Herzleiden verordnet. Petersilien-Sud oder Extrakte kamen früher auch bei Magen-Darmbeschwerden zum Einsatz. Und gegen das nervige Jucken von Insektenstichen hilft eine Paste aus grob zerriebenen Petersilienblättern. Die wiederum eignet sich in Verbindung mit Sauerrahm auch als Maske in der Schönheitspflege der Haut.

Tipps zur Verarbeitung

Wie die meisten Kräuter ist Petersilie sehr hitzeempfindlich und verliert beim Kochen nicht nur ihren würzigen Geschmack, sondern auch viele ihrer wertvollen Inhaltsstoffe. Deshalb sollte man das Gewürzkraut erst kurz vor dem Servieren kleinhacken und über Suppe und Co. streuen. Wer länger etwas von seiner Petersilie im Topf auf der Fensterbank haben möchte, kann sie einfrieren. Das funktioniert am besten im Eiswürfelbehälter. Einfach die Petersilie wie gewohnt hacken, mit einem Teelöffel in die einzelnen Fächer des Eiswürfelbehälters geben, mit wenig Wasser auffüllen und einfrieren. So hat man immer die richtige Portion frischer Petersilie zur Hand.

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