Hyperhidrose: Botox gegen übermäßiges Schwitzen

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Schwitzen ist lebensnotwendig. Ab 42 Grad Celsius gerinnen die Eiweiße im menschlichen Körper. Dies führt vor allem im Gehirn zu irreparablen Schäden. Um Überhitzung zu vermeiden, leitet der Körper überschüssige Wärme mit dem Schweiß nach außen ab. Dessen Menge beträgt täglich bis zu mehreren Litern. Krankhaft ist eine übermäßig erhöhte Schweißproduktion, die in keinem Verhältnis zur physiologischen Notwendigkeit steht. Die Diagnose Hyperhidrose geht für die meisten Betroffenen mit einer erheblichen Belastung durch psychosoziale Folgen einher.

Was ist eine Hyperhidrose?

Laut Definition der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme ICD-10 bezeichnet der Begriff Hyperhidrose ein übermäßiges Schwitzen, das über die physiologische Wärmeregulation hinausgeht. Hierbei ist nicht die Schweißmenge entscheidend, sondern die Fehlfunktion des Körpers. Aufgrund der direkten Sichtbarkeit der Erkrankung kommt es bei Betroffenen zu gesellschaftlichen Einschränkungen, verbunden mit verminderter Lebensqualität.

In Österreich leiden etwa 400.000 Menschen an primärer Hyperhidrose. Angst- und Schamgefühle kommen auf, wenn die Erkrankten auf andere Menschen treffen. Dies betrifft sowohl Berufe mit viel Menschenkontakt, wie zum Beispiel Ärzte, als auch solche mit wenig, wie zum Beispiel Bäcker. Alle haben eines gemein: Durch die vermehrte Schweißbildung unterliegen die Betroffenen starken Einschränkungen. Dies kann bei massiver Ausprägung dazu führen, dass an Hyperhidrose Leidende den Beruf wechseln müssen. Weiterhin beeinflusst die Erkrankung Freizeitgestaltung und Sozialverhalten. Viele ziehen sich zurück. Sie vermeiden Situationen, in denen sie in Hautkontakt zu anderen Menschen treten. Vereinsamung droht.

Wie schwitzt der Mensch?

Der Hypothalamus, ein kleiner Bereich im Zwischenhirn, ist Teil des vegetativen Nervensystems. Als Steuerinstanz für autonome Funktionen schüttet er bei Hormonmangel Botenstoffe an die Hypophyse aus, welche ihrerseits die Hormonproduktion anregt. Neben Aufgaben wie Regulierung des Blutdrucks und der Atmung steuert der Hypothalamus die Körpertemperatur. Ist die Temperatur des Blutes zu hoch, gibt der Sympathikus das Signal zur Schweißproduktion. Physiologisch geschieht dies bei psychischem Stress wie Angst oder Überhitzung, zum Beispiel durch sportliche Betätigung oder Fieber. Anzeichen für eine Hyperhidrose ist übermäßiges Schwitzen bei kühlen Temperaturen ohne körperliche Anstrengung.

Wodurch entsteht eine Hyperhidrose?

Primäre Hyperhidrose: Die primäre Hyperhidrose ist idiopathisch. Ihr liegt keine krankheitsbedingte oder externe Ursache zugrunde, weswegen rein die Symptome behandelt werden. Fachleute gehen von einer familiären Veranlagung aus, wobei der Hypothalamus ohne konkreten Anlass die Schweißproduktion anregt. Verantwortlich ist eine Überstimulation des Sympathikus’. Dabei sind die Schweißdrüsen unauffällig. Sie liegen weder in vergrößerter noch in vermehrter Form vor. Meist leiden die Betroffenen an der fokalen Form. Sie haben keinen vermehrten Nachtschweiß. Schmerzen, Stress oder Angst verstärken die Schwitzanfälle. Folgeerkrankungen drohen durch das ständig feuchte Hautmilieu:

  • Hautpilz,
  • Zwergflechte,
  • Dornwarzen,
  • bakterielle Infektionen der Fußsohlen, die mit unangenehmem Geruch verbunden sind.

Sekundäre Hyperhidrose: Der sekundären Hyperhidrose liegen konkrete Ursachen zugrunde. Meist tritt sie generalisiert auf, also am ganzen Körper. Mögliche Ursachen sind:

  • Psychische Erkrankungen: Angststörungen oder Neurosen werden oft begleitet von Störungen des vegetativen Nervensystems.
  • Nebenwirkung von Medikamenten: Antidepressiva und Sympathikus steigernde Medikamente können als Nebenwirkung den Körper zu vermehrter Schweißabsonderung anregen.
  • Übergewicht: Adipositas führt zu erhöhter Schweißproduktion nach dem Essen oder bei leichter körperlicher Anstrengung. An Haut auf Haut reibenden Körperstellen droht Intertrigo, eine nässende Entzündung.
  • Hormonstörungen: Die vermehrte Schweißbildung tritt im Rahmen eines Ungleichgewichts wie den Wechseljahren oder bei Fehlfunktionen wie Hyperthyreose auf.
  • Diabetes mellitus: Schweißausbrüche bei Diabetikern sind ein Warnhinweis auf Unterzuckerung, die mit Herzklopfen, Zittern und Benommenheit bis hin zur Ohnmacht einhergehen.
  • Morbus Parkinson: Häufig ist bei Morbus Parkinson durch den Untergang der Dopamin bildenden Zellen die Wärmeregulation gestört. Dies hat neben übermäßiger Schweißproduktion ein falsches Temperaturempfinden der Betroffenen zur Folge.
  • Nervenschädigungen: Nervenschädigungen, zum Beispiel bedingt durch Gehirnblutungen, Schädigungen im Rückenmark oder chronische Nervenentzündungen, führen durch die gestörte Körperkommunikation zu vermehrter Schweißbildung.
  • Einnahme von Substanzen: Die Einnahme von Koffein, Appetitzüglern oder Kokain begünstigt die Schweißbildung. Sie tritt ebenfalls als Entzugssymptom bei Alkohol- oder Drogensucht auf.
  • Tumore: Bösartige Tumore wie Lymphdrüsenkrebs oder Leukämie können zu starkem Schwitzen führen, meist in der Nacht.

Hyperhidrose Formen

Fokale Hyperhidrose: Von der übermäßigen Schweißproduktion betroffen sind einzelne Hautbereiche, vor allem jene, die von Natur aus mit mehr Schweißdrüsen ausgestattet sind. Die fokale Form hat sozialen Rückzug zur Folge, was die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Zudem bringt sie Depressionen, Ängste und körperliche Inaktivität mit sich, was die Entstehung einer sekundären Hyperhidrose begünstigt. Durch die ständig feuchten Hautpartien drohen bakterielle Infektionen und Hautpilz.

  • Axillare Hyperhidrose: Bei dieser Form sind die Achselhöhlen betroffen. Die meisten Menschen verbinden Schweißflecken automatisch mit Unsicherheit.
  • Palmare Hyperhidrose: Hierbei bilden Handinnenflächen und Hände vermehrt Schweiß. Leiden Betroffene an palmarer Hyperhidrose, vermeiden sie das Händeschütteln.
  • Faziale Hyperhidrose: Betroffen sind Stirn, Kopfhaut, Nase, Hals und Nacken. Den sofort sichtbaren Schweiß fehlinterpretieren Mitmenschen gern als Zeichen von Schwäche oder mangelnder Hygiene.
  • Plantare Hyperhidrose: Fußsohlen und Füße sind von erhöhter Schweißproduktion betroffen. Das Tragen von geschlossenen Schuhen begünstigt unangenehmen Schweißgeruch, der durch Bakterien hervorgerufen wird. Durch das ständig feuchte Milieu drohen Folgeerkrankungen wie Hautpilz.
  • Trunkale Hyperhidrose: Die Hyperhidrose des Rumpfes tritt vor allem am Rücken und in der Lendengegend auf. Oft fühlen sich Betroffene aufgrund ihrer hinten durchnässten Kleidung von Blicken verfolgt.

Generalisierte Hyperhidrose: Bei der generalisierten Hyperhidrose sind große Hautareale bis hin zum ganzen Körper betroffen. Durch die ständig feuchte Kleidung besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionskrankheiten.

Wie erfolgt die Diagnose der primären Hyperhidrose?

  • Anamnese: Meist tritt die primäre Hyperhidrose vor der Pubertät auf. Betroffene leiden an mehr als einmal pro Woche auftretenden Schwitzanfällen, die nicht von der Außentemperatur abhängig sind. Beide Seiten der entsprechenden Hautareale sind in symmetrischer Form betroffen.
  • Klinik: Es gibt keine eindeutigen Labor- oder Messwerte, mit deren Hilfe sich eine primäre Hyperhidrose bestimmen lässt.
  • Gravimetrie: Mit der Gravimetrie misst der Arzt die abgesonderte Schweißmenge pro Minute. Ein auf das betroffene Hautareal gelegtes Filterpapier verbleibt für fünf Minuten, bevor das Wiegen erfolgt. Auch hier gibt es keine Leitlinien, weswegen der individuelle Leidensdruck des Betroffenen eine Rolle spielt.
  • Iod-Stärke-Test (Minor-Test): Er macht den vom Schwitzen betroffenen Bereich sichtbar. Das entsprechende Hautareal versieht der Arzt mit einer speziellen Jodlösung. Nach dem Trocknen bestäubt er es mit einem Stärkepulver. An Stellen mit vermehrter Schweißbildung treten blauschwarze Verfärbungen auf.

Einteilung des Schweregrads:

  • Grad I: leichte Hyperhidrose mit deutlich vermehrter Hautfeuchtigkeit.
  • Grad II: mäßig starke Hyperhidrose, bei der sich Schweißperlen bilden.
  • Grad III: Bei der starken Hyperhidrose tropft der Schweiß ab.

Hyperhidrose-Behandlung mit Botox bei OmniMed

Injektionstherapie mit Botulinumtoxin A: Botulinumtoxin A blockiert den Botenstoff Acetylcholin, der Nervenimpulse zur Schweißbildung gibt. Dabei injizieren Ärzte kleinste Mengen an einigen Stellen des betroffenen Hautareals. Die Wirkung tritt nach ein paar Tagen ein. Sie ist reversibel und hält bis zu 12 Monate an. Weitere Nervenfunktionen werden nicht beeinträchtigt. Zur Behandlung ist kein chirurgischer Eingriff nötig. Im Bereich der Handinnenflächen kann es als Nebenwirkung zu einer leichten, vorübergehenden Schwäche der Handmuskulatur kommen. Ergebnisse mehrerer kontrollierter Studien ergaben eine hohe Wirksamkeit von Botulinumtoxin A bei Hyperhidrose.

Die OmniMed Ordination für Ästhetik bietet Behandlungen aus den Bereichen ästhetische Medizin, Lasermedizin sowie Kosmetik. Dr. Stefan Horwath und Dr. Martina Reichhart sind Ihre kompetenten Ansprechpartner für eine Hyperhidrose-Behandlung mit Botox gegen übermäßiges Schwitzen. Die Therapie wird in der Ordination Eisenstadt und Klagenfurt angeboten. Vor der Behandlung erfolgt ein Schweißtest (Iod-Stärke-Test/Minor-Test), um die zu behandelnden Bereiche ausfindig zu machen, an denen eine erhöhte Schweißproduktion stattfindet. Danach erfolgt die kaum spürbare Botox-Injektion mit hauchdünnen Nadeln.

Die Kosten einer beidseitigen Hyperhidrose-Behandlung im Achselbereich kommt auf 700 €, die Injektion von Botox gegen übermäßiges Schwitzen an Hand- & Fußflächen auf 600 €. Das OmniMed-Team geht einfühlsam auf individuelle Bedürfnisse ein. Dies bestätigen Erfahrungsberichte über Hyperhidrose-Behandlungen von Patienten.

Wodurch unterstützen Sie die Heilung?

  • Atmungsaktive Kleidung aus Naturmaterialien verringert das Schwitzen und beugt Hautreizungen vor. In die Kleidung eingelegte Achselpads fangen den Schweiß auf. Sie sorgen für ein unauffälliges Äußeres.
  • Verzichten Sie nach Möglichkeit auf den Konsum schweißtreibender Mittel wie Alkohol, Kaffee, Zigaretten und scharfe Gewürze.
  • Sind Ihre Lebensgewohnheiten Ursache der Hyperhidrose, sorgen Sie durch regelmäßige körperliche Aktivität in Verbindung mit ausgewogener Ernährung für eine gesunde Lebensweise. Damit unterstützen Sie aktiv Ihr vegetatives Nervensystem. Dies wirkt sich auf die Schweißproduktion aus.
  • Nutzen Sie Entspannungsübungen, Meditation oder Yoga, um psychischem Stress und emotionalen Belastungen vorzubeugen.
  • Verwenden Sie Hausmittel mit schweißhemmender Wirkung wie Salbeitee und Kneippsche Wechselfußbäder.
  • Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, da Schwitzen dem Körper Wasser entzieht.

Holen Sie sich Unterstützung. Sprechen Sie mit Verwandten, Freunden oder einem Therapeuten über Ihre Probleme mit der Hyperhidrose. Dem sozialen Rückzug wirken Sie entgegen, indem Sie sich mit Gleichgesinnten vernetzen. In Internetforen und bei Selbsthilfegruppen treffen Sie Leidensgenossen, denen es in vielen Punkten genauso ergeht wie Ihnen. Neben Mitgefühl bekommen Sie Erfahrungsberichte und konkrete Hilfestellung an die Hand. Dies erleichtert Ihnen den Umgang mit der Diagnose Hyperhidrose. Gehen Sie im Alltag offen mit Ihrer Erkrankung um und halten Sie Vermeidungsverhalten so gering wie möglich. Zusammen mit Erfolg versprechenden Behandlungsmethoden wie der Botox-Behandlung gegen Hyperhidrose, schaffen Sie es, ein normales Leben fern von sozialen Einbußen zu führen.

Kontakt zur OmniMed Ordination für Ästhetik

OmniMed bietet die Behandlung von Hyperhidrose mit Botox an den Standorten Eisenstadt und Klagenfurt an.

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