Politik

„dokFilm“-Premiere „Mein Lienz“: Neues Städteporträt der Kulturdokureihe am 10. August

Wien (OTS) – Eine neue Ausgabe der populären, sommerlichen
ORF-Bezirks- und –
Städteporträtreihe führt nach Lienz – wirtschaftliches, soziales und
kulturelles Zentrum Osttirols, eingebettet in eine malerische
Landschaft. Regisseur Felix Breisach bittet in seiner jüngsten TV-
Kulturdoku interessante Zeitgenossinnen und Zeitgenossen, ihren ganz
persönlichen Blick auf „ihre“ Stadt zu offenbaren. So stellt in der
„dokFilm“-Premiere „Mein Lienz“ am Sonntag, dem 10. August 2025, um
22.15 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON etwa Eberhard Forcher, Musiker
sowie Ö3-Moderatorenlegende, DJ und Musikexperte, seine Heimatstadt
vor. Weiters dabei sind Mode- und Porträtfotografin Inge Prader sowie
Wolfgang Mitterer, Pionier der elektroakustischen Musik in Österreich
und Komponist.
Anschließend an die Doku-Premiere heißt es in einer gleichnamigen
Folge der von Elizabeth T. Spira gestalteten ORF-Kultreihe
„Alltagsgeschichte“ aus dem Jahr 1995 „Das Glück ist ein Vogerl“ (
23.15 Uhr). Wie der Film über das Zusammenleben von Menschen und
Vögeln zeigt, sind die Beziehungen zu „Burlis“, „Pipsis“ und
„Boberln“ seltsam, geheimnisvoll, hintergründig – und manchmal voll
rätselhafter Poesie.

Mehr zum Inhalt von „Mein Lienz“ (22.15 Uhr)

Asketisch, fromm, patriarchalisch und nüchtern – alles, was auf
Tirol zutreffe, gelte für diese Stadt ganz besonders, konstatierte
einst Kritiker-Papst Hans Weigel. Zunächst der Bädertourismus, später
der Alpinismus machten Lienz zur heißbegehrten touristischen
Destination. Regisseur Felix Breisach spricht mit Menschen, die einst
aus Osttirols Hauptstadt aufbrachen, die Welt zu erobern und sich
doch intensiver heimatlicher Gefühle nicht erwehren können, wann
immer sie zurückkehren. Mit dabei ist Eberhard Forcher, der einst als
Frontman der Band „Tom Pettings Hertzattacken“ und mit Songs wie „Bis
zum Himalaya“ und „Endlich im Radio“ Hitparadenstürmer war.
Kultstatus errang er als Ö3-DJ, -Moderator und -Fachmann für die
goldene Ära des Rock und Pop.
Inge Prader ist eine der renommiertesten Mode- und
Porträtfotografinnen Österreichs. Vor ihrer Linse hatte sie Weltstars
wie Isabella Rossellini, Falco und Anthony Hopkins.
Wolfgang Mitterer ist ein Pionier der elektroakustischen Musik und
erlangte als Komponist zeitgenössischer Musik internationalen Ruhm.
Die katholische Kirche, sie hat im „Heiligen Land Tirol“ immer noch
zentrale Bedeutung. Selbstverständlich war Eberhard Forcher
Ministrant und Wolfgang Mitterer verbrachte dort jedes Wochenende –
und darüber hinaus noch viel mehr Zeit. Es war die 1618 erbaute Orgel
der Stadtpfarrkirche, auf der er während der Messen spielte und mehr
oder weniger Tag und Nacht übte. Vom ersten Moment an entdeckte er
seine Lust am Improvisieren, seinen Freunden spielte er auf dem
historischen Instrument nach Gehör „A Whiter Shade of Pale“ der
britischen Rockband Procol Harum vor. „Ich habe das Gefühl, die Orgel
wartet darauf, dass ich immer wieder komme“, erzählt Mitterer.
Man solle vor der eigenen Tür kehren, besagt ein Sprichwort. Und doch
kehrte Inge Prader in ihrer Lehrlingszeit vor einer anderen Tür –
jener des Foto-Geschäfts, in dem sie ihre Laufbahn begann. Auch ihre
Wochenenden waren bald mit Geschäftigkeit ausgefüllt. Knipsend eilte
sie von Hochzeit zu Hochzeit oder fing landschaftliches Idyll für
Postkarten ein. Dass sie dereinst eine der begehrtesten
Porträtfotografinnen des Landes werden sollte, war da noch nicht
absehbar.
Eberhard Forcher hatte in der Kindheit und Jugend stets die Lienzer
Dolomiten vor Augen – und wollte doch höher hinaus: „Bis zum
Himalaya“, wie der Hitparadenerfolg seiner Formation „Tom Pettings
Hertzattacken“ in den österreichischen Charts zeigt. Skifahren liegt
dem späteren Ö3-Moderator und DJ im Blut. Inge Prader stand auf den
Brettern, bevor sie richtig laufen konnte. Sie hätte das Zeug zur
Rennfahrerin gehabt, hätten ihr die schwachen Nerven nicht einen
Strich durch die Rechnung gemacht. „Bei den Trainingsläufen war ich
immer die Beste. Aber wenn es ernst wurde, habe ich es vernagelt.“
Auch Forcher war schnell – und ehrgeizig – unterwegs. Er „fladerte“
sogar Slalomstangen aus dem Skiclub, um sich eigene Kurse abzustecken
und heimlich zu trainieren.