Politik

Gewessler: „Grün hält Frauen den Rücken frei“

Wien (OTS) – Die Grüne Klubobfrau Leonore Gewessler hat heute in
einer
Pressekonferenz einen grünen Drei-Punkte-Plan für gerechtes Arbeiten
präsentiert und dabei scharfe Worte an die Bundesregierung aus ÖVP,
SPÖ und NEOS gerichtet. Statt den Leistungsträgerinnen unserer
Gesellschaft Faulheit vorzuwerfen und von Teilzeit-Arbeit als
Lifestyle zu sprechen, solle sie lieber faire Rahmenbedingungen für
alle Arbeitenden schaffen.

„Wer ältere Familienmitglieder pflegt, sich um die Kinder kümmert
oder den Haushalt macht, arbeitet nicht Teilzeit, sondern All-In.
Wenn das dem Herrn Wirtschaftsminister bisher nicht aufgefallen ist,
spricht das Bände“, sagt die Grüne Klubobfrau Leonore Gewessler. „Das
gilt im Übrigen auch für den sozialdemokratischen Regierungsteil – wo
war hier der Aufschrei? Außer losen Ankündigungen haben wir nichts
gehört. Für uns Grüne gilt: Wir halten Frauen den Rücken frei“, so
Gewessler.

Dazu legen die Grünen heute einen konkreten Drei-Punkte-Plan vor,
der Menschen mit Teilzeitarbeit tatsächlich unterstützen und allen,
die mehr arbeiten möchten, das auch ermöglichen würde. „Diese
Regierung soll Frauen unterstützen, statt sie mit lebensfremden
Unterstellungen zu verurteilen. Wir brauchen 50.000 zusätzliche
Kindergartenplätze und einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab
dem ersten Geburtstag – denn Mamas und Papas sollen nicht bitten
müssen, damit sie arbeiten gehen können, wenn sie das wollen“, führt
Gewessler aus.

Darüber hinaus schlagen die Grünen ein Anrecht auf
Stundenaufstockung vor. Wer Teilzeit im Vertrag stehen hat und
trotzdem Woche für Woche Mehrstunden machen muss, soll seine
Regelarbeitszeit um diese Stunden aufstocken dürfen. „Wer will, dass
die Menschen länger arbeiten, sollte nicht jene daran hindern, die
das tun wollen. Das Recht auf Stundenaufstockung sichert genau diese
Möglichkeit. Geordnet und verlässlich“, betont Gewessler.

Der Grüne Drei-Punkte-Plan für gerechte Arbeit im Detail:

1. Wir wollen 50.000 neue Kindergartenplätze für Kinder unter 3
bis 2030.

Wer will, dass Eltern Vollzeit arbeiten, ist verantwortlich
dafür, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu gehört eine
ordentliche Kinderbetreuung für die Kleinsten. Aktuelle Zahlen
beweisen – es mangelt hier an allen Ecken und Enden.

Dazu braucht es jedenfalls eine gute Zusammenarbeit von Bund,
Ländern und Gemeinden, eine Ausbildungsoffensive und eine ordentliche
Bezahlung für die Kindergartenpädagog:innen.

2. Ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem ersten
Geburtstag.

Eltern, die nach der Karenz wieder voll arbeiten gehen, sollen
sich darauf verlassen können, dass ihr Kind in guten Händen ist. Und
das gilt ab dem ersten Geburtstag, und nicht irgendwann. Denn wer
soll auf die Kinder aufpassen, wenn es keinen Betreuungsplatz gibt.

Genau deshalb braucht es auch einen Rechtsanspruch auf gute
Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag. Nur dann ermöglichen wir
Müttern und Vätern gleichermaßen eine gute Rückkehr in den Beruf.

3. Wer mehr arbeiten will, verdient Unterstützung statt Hürden.

Viele Menschen in Teilzeitbeschäftigung wünschen sich eigentlich
eine Anstellung mit mehr regulären Stunden. Ihnen wollen wir die
Aufstockung erleichtern. Vor allem dann, wenn sowieso regelmäßig
Mehrstunden geleistet werden müssen.

Wer trotz Teilzeit-Anstellung ständig mehr arbeiten muss, der
soll in Zukunft diese Mehrstunden in eine reguläre Anstellung mit
höherer Arbeitszeit umwandeln können. Außerdem muss der
Durchrechnungszeitraum für Mehrstunden endlich verkürzt werden, damit
Mehrarbeit auch fair bezahlt wird.

Dieses Maßnahmenpaket fordern die Grünen von der Bundesregierung
ein. Sie ist in der Verantwortung, die Voraussetzungen für gerechte
Arbeit zu schaffen, statt nur mit dem Finger auf jene zu zeigen, die
schon alles geben.