Politik

Österreich unter den digitalen Vorreitern Europas: EU bestätigt Fortschritte im 3. Länderbericht zur Digitalen Dekade

Wien (OTS) – Die Europäische Kommission bescheinigt Österreich im
kürzlich
übermittelten 3. Länderbericht zum Stand der Digitalen Dekade
deutliche Fortschritte und hohes Engagement bei der digitalen
Transformation. Mit insgesamt 85 Maßnahmen und einem
Investitionsvolumen von 4,07 Mrd. Euro zählt Österreich zu den
engagiertesten Mitgliedstaaten auf dem Weg zur Erreichung der
digitalen EU-Ziele bis 2030. Drei Viertel der Zielpfade sind auf
Kurs, viele Empfehlungen der EU wurden bereits aufgegriffen.

„Österreich hat den Anspruch, unter die Top 3 der digitalen
Nationen Europas zu kommen. Der Bericht zeigt, dass wir mit Fokus,
starken Partnerschaften und konkreten Maßnahmen vorangehen. Mit dem
Digital Austria Act haben wir einen klaren strategischen Rahmen mit
36 Grundsätzen und 117 Maßnahmen geschaffen, der nun aktualisiert
wird – für eine souveräne, serviceorientierte und technologieoffene
Digitalisierung, die Nutzen schafft“, betont Staatssekretär Alexander
Pröll.

Österreichs Stärken im Überblick

– Digitale Identität für alle : Mit 100 % Zugang zu einer sicheren
eID erfüllt Österreich als einer der ersten Mitgliedstaaten das EU-
Ziel für 2030.

– Exzellente digitale Infrastruktur : 5G ist mit 99,55 % nahezu
flächendeckend ausgebaut – Österreich gehört damit zu den
europäischen Spitzenreitern.

– Starker KI-Einsatz in der Wirtschaft : 20,3 % der Unternehmen
setzen bereits künstliche Intelligenz ein – deutlich über EU-Schnitt.

– Digitale Kompetenzen & Future Skills : Programme wie Digital
Überall+ oder Future Skills stärken gezielt digitale
Grundkompetenzen.

– Vorbild im eGovernment : Weiterhin solide Leistung beim Angebot
digitaler öffentlicher Dienstleistungen. 80,82 Punkte bei Leistungen
für Bürgerinnen und Bürger sowie 87,69 Punkte bei Leistungen für
Unternehmen.

– Engagement in europäischen Schlüsselinitiativen
Österreich engagiert sich in zentralen europäischen Zukunftsprojekten
wie dem IPCEI für Mikroelektronik (Förderung strategischer Halbleiter
), dem EuroHPC Joint Undertaking (europäische Supercomputer) und dem
Chips JU (Entwicklung moderner europäischer Chiptechnologien). Über
den Best Practice Accelerator bringt sich Österreich zudem aktiv in
den Erfahrungsaustausch zur Digitalen Dekade ein – insbesondere mit
Expertise im Bereich digitaler Kompetenzen.

Wo Österreich weiter ansetzt

– KMU stärken: Die Integration fortgeschrittener Technologien wie
Cloud und Data Analytics soll gezielt ausgebaut werden.

– Startups fördern: Um die Innovationskraft zu erhöhen, sind
zusätzliche Impulse im Bereich Risikokapital und Wachstumsförderung
geplant.

– Digitale Teilhabe erhöhen: Die Online-Beteiligung von Bürgerinnen
und Bürgern soll durch neue Services und Beteiligungsformate gestärkt
werden.

– Grün-digitale Synergien nutzen: Initiativen wie „AI for Green“ und
„KMU Digital 4.0 & Green“ bilden erste Schritte, auf denen nun eine
kohärente Strategie aufbauen soll.

– IKT-Fachkräfte: Prozentuell liegt Österreich zwar über dem EU-
Durchschnitt, ein Maßnahmenprogramm soll den Anteil steigern.

Eurobarometer-Sonderumfrage zur Digitalen Dekade: mehr Digitale
Kompetenzen und Schutz vor Risiken gefordert
Zusätzlich werden im Bericht auch zentrale Ergebnisse einer
Eurobarometer-Sonderumfrage zur Digitalen Dekade angeführt. Dabei
halten es 87 Prozent der österreichischen Bürgerinnen und Bürger für
wichtig, Fake News und Desinformationen im Internet zu bekämpfen. 82
Prozent erachten es für wichtig dafür zu sorgen, dass europäische
Unternehmen wachsen und zu „European Champions“ werden können, die im
globalen Wettbewerb bestehen können. Und 68 Prozent der
Österreicherinnen und Österreicher sind der Ansicht, dass die
Digitalisierung der öffentlichen und privaten Dienstleistungen ihr
Leben einfacher macht.

eGovernment Benchmark: Österreich überzeugt mit starker digitaler
Verwaltung
Die guten Ergebnisse im Länderbericht zur Digitalen Dekade zeigen
sich auch in der digitalen Verwaltung. Der aktuelle eGovernment
Benchmark 2025 bestätigt: Österreich gehört zu den führenden Ländern
in Europa. Mit 83 Punkten liegt Österreich auf Platz 7 und 8,5 Punkte
deutlich über dem EU-Durchschnitt und zeigt damit weiterhin ein sehr
hohes Niveau im eGovernment Bereich.

Besonders stark ist Österreich bei:

– mobiler Nutzerfreundlichkeit (98,8 Punkte)

– Unterstützung bei der Nutzung (98,4 Punkte)

– elektronischen Zahlungen über Ländergrenzen hinweg (100 Punkte)

Auch bei grenzüberschreitender Anmeldung (eID) und
vorausgefüllten Formularen gab es klare Verbesserungen. Die höchsten
Werte wurden bei digitalen Services rund um Umzug, Geschäftsbetrieb
und Unternehmensgründung erreicht.

In neuen Bereichen wie dem Once-Only-Prinzip (Daten müssen nur
einmal angegeben werden) und der Verfahrensrückmeldung für
Nutzerinnen und Nutzer über Grenzen hinweg besteht noch Aufholbedarf.
Insgesamt zeigt der Benchmark aber: Österreich ist digital gut
aufgestellt und arbeitet gezielt an weiteren Verbesserungen.

Hintergrund: Digitale Dekade der EU
Mit der Digitalen Dekade hat sich Europa ambitionierte Ziele für 2030
gesetzt – darunter flächendeckender Zugang zu eID, Ausbau der
digitalen Kompetenzen, moderne Infrastruktur und leistungsfähige
digitale Services. Der dritte EU-Jahresbericht bewertet den
Fortschritt der Mitgliedstaaten anhand definierter Zielpfade und Key
Performance Indicators.

Über den eGovernment Benchmark
Der eGovernment Benchmark wird jährlich von der Europäischen
Kommission veröffentlicht und vergleicht die Qualität digitaler
Verwaltungsservices in den EU-Mitgliedstaaten. Bewertet werden
zentrale Aspekte wie Verfügbarkeit der Services, Transparenz, mobile
Nutzung, grenzüberschreitende Dienste sowie die Unterstützung für
Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen in verschiedenen Lebenslagen.
Der Benchmark dient auch als Monitoring-Instrument für die Umsetzung
der Single Digital Gateway Verordnung (SDG-VO) und liefert wichtige
Indikatoren für die Digitale Dekade Europas.