ÖVGW fordert gesetzliche Absicherung der Trinkwasserversorgung

Redaktion

28. Juli 2026

Am 28. Juli 2026 wurde bei einem Trinkwassergipfel in Wien die dringende Notwendigkeit einer gesetzlichen Absicherung der Trinkwasserversorgung in Österreich betont. Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) warnt eindringlich vor einer Versorgungskrise, die bereits viele Gemeinden und Städte betrifft.

Trinkwasserversorgung in Österreich: Eine historische Perspektive

Die Bedeutung der Trinkwasserversorgung in Österreich hat eine lange Geschichte. Schon im 19. Jahrhundert wurden erste Wasserversorgungsanlagen errichtet, um die Bevölkerung mit sauberem Wasser zu versorgen. Die Infrastruktur hat sich im Laufe der Zeit stetig weiterentwickelt, doch die Herausforderungen sind geblieben.

In den letzten Jahrzehnten hat der Klimawandel die Situation verschärft. Niedrigere Niederschläge und steigende Temperaturen führen zu sinkenden Grundwasserständen. Diese Entwicklung ist nicht nur in Österreich, sondern auch in anderen europäischen Ländern wie Deutschland und der Schweiz zu beobachten. Während Deutschland bereits Maßnahmen zur Sicherung der Wasserversorgung ergriffen hat, hinkt Österreich in der Umsetzung hinterher.

Die aktuelle Situation und ihre Auswirkungen

Aktuelle Zahlen zeigen, dass 90 Prozent der Grundwasserstände in Österreich auf einem niedrigen bis sehr niedrigen Niveau sind. Diese Entwicklung ist alarmierend, insbesondere für kleinere Gemeinden, die kaum über ausreichende Ressourcen verfügen. Ein Beispiel ist die Stadt Graz, die in den vergangenen Wochen Wasserengpässe erlebte, die nur durch Notmaßnahmen überbrückt werden konnten.

Die ÖVGW fordert deshalb ein gemeinsames Handeln aller Wassernutzer. Ein zentrales Element ist die Einführung eines Wasserentnahmeregisters, das Transparenz schaffen soll. Derzeit gibt es keine genauen Daten darüber, wie viel Wasser tatsächlich entnommen wird. Eine verpflichtende Erfassung aller Wasserentnahmen könnte hier Abhilfe schaffen.

Vergleich mit Nachbarländern

Ein Blick auf die Nachbarländer zeigt, dass Österreich im Bereich der Wasserversorgung noch viel nachzuholen hat. In der Schweiz beispielsweise existieren bereits detaillierte Register für Wasserentnahmen, die es den Behörden erlauben, gezielte Maßnahmen zu ergreifen. Auch in Deutschland gibt es bereits gesetzliche Regelungen, die die Trinkwasserversorgung in Zeiten von Knappheit priorisieren.

Gesetzliche Rahmenbedingungen und deren Notwendigkeit

Die ÖVGW plädiert für eine Novellierung des Wasserrechtsgesetzes (WRG 1959), um die Trinkwasserversorgung rechtssicher abzusichern. Die derzeitige Rechtslage ist nicht mehr zeitgemäß und erschwert wirksame Maßnahmen. Unklare Zuständigkeiten und nicht praktikable gesetzliche Regelungen gefährden die Versorgungssicherheit.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Erarbeitung einer nationalen Trinkwasserstrategie. Diese sollte unter Mitwirkung aller relevanten Interessensgruppen erfolgen. Der Ausbau der Trinkwasserinfrastruktur erfordert hohe Investitionen, die durch gezielte Anreize und Kofinanzierungen unterstützt werden sollten.

Die Zukunft der Trinkwasserversorgung in Österreich

Die Zukunftsperspektiven für die Trinkwasserversorgung in Österreich hängen von der schnellen Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen ab. Die ÖVGW sieht ein dringendes Bedürfnis nach einer rechtlichen Absicherung, um langfristige Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Ohne diese Maßnahmen könnten wir in den nächsten Jahren mit noch gravierenderen Wasserengpässen konfrontiert werden.

Ein stärkeres Bewusstsein in der Bevölkerung und bei den Wassernutzern ist entscheidend. Die ÖVGW betont die Wichtigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit Wasser, um die wertvolle Ressource für zukünftige Generationen zu bewahren.

Fazit und Ausblick

Zusammenfassend ist die gesetzliche Absicherung der Trinkwasserversorgung in Österreich von entscheidender Bedeutung. Die vorgeschlagenen Maßnahmen der ÖVGW bieten einen klaren Fahrplan, der dringend umgesetzt werden muss. Die Bevölkerung ist aufgerufen, sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen und ein stärkeres Bewusstsein für die Ressource Wasser zu entwickeln.

Für weiterführende Informationen zur Trinkwasserversorgung und den vorgeschlagenen Maßnahmen besuchen Sie bitte die vollständige Pressemitteilung der ÖVGW.