Am 24. Februar 2026 fand der Jahresempfang des Verbands Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) in Wien statt. An diesem Tag kamen Vertreter:innen aus Wirtschaft, Telekom und Regulierung zusammen, um über die entscheidenden Rahmenbedingungen für den Ausbau leistungsfähiger Gigabit-Netze in Österreich zu diskutieren. Die Veranstaltung hob die Bedeutung der Betreibervielfalt hervor, die für eine flächendeckende digitale Versorgung des Landes unerlässlich ist.
Betreibervielfalt als Motor der digitalen Transformation
Die heimische Betreibervielfalt spielt eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung Österreichs. Regionale und lokale Netzbetreiber schließen Versorgungslücken, die für große Anbieter oft weniger attraktiv sind. Diese kleineren Anbieter sorgen dafür, dass auch entlegene Regionen Zugang zu modernen Breitband-Infrastrukturen erhalten. Für die gezielte Nutzung dieser Stärken sind jedoch langfristige Planungssicherheit, klare politische Zielsetzungen und ein regulatorischer Rahmen nötig, der Investitionen fördert.
Regulatorische Weichenstellungen
Um den Breitbandausbau zu beschleunigen, müssen Verfahren vereinfacht und Planungsprozesse gestrafft werden. Der VAT kritisiert Verzögerungen bei der Umsetzung des Gigabit Infrastructure Acts (GIA) und notwendige Anpassungen im Telekommunikationsgesetz (TKG). Beide Gesetze bergen das Potenzial, den Ausbau deutlich zu beschleunigen, sofern österreichische Spezifika zeitnah berücksichtigt werden.
Genehmigungsfiktion als Beschleuniger
Ein zentrales Element des GIA ist die Genehmigungsfiktion. Diese besagt, dass ein Antrag zum Glasfaserausbau automatisch als genehmigt gilt, wenn die Behörde nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist entscheidet. Markus Fellhofer, Präsident des VAT, betont, dass diese Regelung bereits geltendes Recht ist und fordert das zuständige Ministerium auf, die Rechtslage aktiv zu kommunizieren, um Verzögerungen zu vermeiden.
Wohnungseigentumsgesetz als Hemmnis
Ein weiterer Punkt, den der VAT anspricht, ist die notwendige Änderung des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG). Diese Änderung soll den Ausbau von Gigabit-Netzen in Mehrparteiengebäuden erleichtern. Besonders in Ballungsräumen könnte eine vereinfachte Ausbaupraxis die Take-up-Rate erhöhen und bestehende Infrastrukturen effizienter nutzen.
Historische Entwicklung der Telekommunikation in Österreich
Seit der Liberalisierung des Telekom-Marktes hat sich in Österreich viel getan. Der VAT, als Interessenvertretung alternativer Netzbetreiber, setzt sich seitdem für einen beschleunigten Glasfaserausbau ein. Die Digitalisierung hat ihren Ursprung in den 1990er Jahren, als der Markt für private Anbieter geöffnet wurde. Diese Öffnung führte zu einem Innovationsschub und einer breiteren Versorgung der Bevölkerung mit digitalen Diensten.
Vergleich mit Deutschland und der Schweiz
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich, dass Österreich in einigen Bereichen des Breitbandausbaus hinterherhinkt. Während Deutschland umfangreiche Investitionsprogramme aufgelegt hat, um den Glasfaserausbau voranzutreiben, setzt die Schweiz auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden. Österreich könnte von diesen Ansätzen lernen, um den eigenen Ausbau zu beschleunigen.
Auswirkungen auf die Bürger:innen
Der Breitbandausbau hat direkte Auswirkungen auf das tägliche Leben der Bürger:innen. Schnelle Internetverbindungen ermöglichen Homeoffice, Telemedizin und eine verbesserte Bildung durch E-Learning-Plattformen. Gerade in ländlichen Gebieten kann der Ausbau die Lebensqualität erheblich steigern, indem er neue Arbeitsplätze schafft und die Abwanderung in städtische Gebiete verlangsamt.
Zahlen und Fakten
Statistiken zeigen, dass Österreich in den letzten Jahren Fortschritte gemacht hat. Der Anteil der Haushalte mit Zugang zu Glasfaseranschlüssen ist gestiegen, jedoch liegt er im EU-Vergleich immer noch im Mittelfeld. Der VAT betont, dass weitere Investitionen notwendig sind, um die Abdeckung zu verbessern und das Land für die digitale Zukunft zu rüsten.
Zukunftsperspektive
Die Prognose für Österreichs digitale Zukunft ist positiv, sofern die richtigen Maßnahmen ergriffen werden. Eine Kombination aus Betreibervielfalt, klaren regulatorischen Rahmenbedingungen und langfristiger Planungssicherheit kann das Land an die Spitze der digitalen Transformation führen. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die Weichen für eine erfolgreiche digitale Infrastruktur zu stellen.
Zusammenfassung und Ausblick
Der Jahresempfang des VAT hat die Bedeutung der Betreibervielfalt für den digitalen Fortschritt Österreichs unterstrichen. Die Kombination aus innovativen Ansätzen und klaren politischen Zielen ist der Schlüssel, um die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern. Die Bürger:innen sind aufgerufen, sich aktiv in den Prozess einzubringen und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Weitere Informationen und Bilder zur Veranstaltung finden Sie in der APA-Fotogalerie.