Neue Gewaltschutzmaßnahmen: Chancen und Herausforderungen 2026

Redaktion

26. Januar 2026

Am 29. Januar 2026 wird im Café Landtmann in Wien eine Pressekonferenz des Bundesverbandes der Gewaltschutzzentren Österreichs stattfinden, die sich mit den Chancen und Herausforderungen neuer Gewaltschutzmaßnahmen befasst. Diese Veranstaltung ist von besonderer Relevanz für Österreich, da die Fallzahlen der Gewaltschutzzentren im Jahr 2025 einen dringenden Handlungsbedarf aufzeigen. In einer Zeit, in der die Sicherheit und der Schutz von Bürgerinnen und Bürgern im Vordergrund stehen, sind effektive Maßnahmen unerlässlich. Die Themen der Pressekonferenz umfassen unter anderem die Bilanz der 30-jährigen Geschichte der Gewaltschutzzentren, die Einführung elektronischer Fußfesseln und das Prinzip „Nur ja heißt Ja“ für klare Regeln bei Sexualdelikten.

Gewaltschutz in Österreich: Ein Blick in die Vergangenheit

Die Geschichte der Gewaltschutzzentren in Österreich begann vor 30 Jahren. Diese Zentren wurden ins Leben gerufen, um Opfern häuslicher Gewalt Schutz und Unterstützung zu bieten. Seit ihrer Gründung haben sie sich als wichtige Anlaufstellen etabliert, die nicht nur unmittelbaren Schutz bieten, sondern auch langfristige Unterstützung in Form von Beratung und rechtlicher Hilfe. Im Laufe der Jahre haben sich die Methoden und Strategien der Gewaltschutzzentren weiterentwickelt, um den sich verändernden gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Ein bedeutender Meilenstein war die Einführung des Gewaltschutzgesetzes im Jahr 1997, das den rechtlichen Rahmen für den Schutz von Opfern häuslicher Gewalt schuf. Dieses Gesetz ermöglichte es der Polizei, Täter aus der gemeinsamen Wohnung zu verweisen und Betretungsverbote auszusprechen. Diese Maßnahme war ein wichtiger Schritt, da sie den Opfern die Möglichkeit gab, in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben, während die Täter entfernt wurden.

Elektronische Fußfessel: Ein umstrittenes Instrument

Die elektronische Fußfessel ist ein Instrument, das in den letzten Jahren zunehmend diskutiert wurde. Sie ermöglicht es, Täter von häuslicher Gewalt oder Sexualdelikten zu überwachen und sicherzustellen, dass sie sich nicht in die Nähe ihrer Opfer begeben. Diese Maßnahme wird von vielen als effektives Mittel zum Schutz der Opfer angesehen, wirft jedoch auch Fragen hinsichtlich der Privatsphäre und der Effektivität auf. Kritiker argumentieren, dass die Fußfessel alleine nicht ausreicht, um die Sicherheit der Opfer zu gewährleisten, und fordern umfassendere Schutzmaßnahmen.

Ein Vergleich mit anderen Ländern zeigt, dass die elektronische Fußfessel in Deutschland und der Schweiz ebenfalls zum Einsatz kommt, jedoch unter unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen. In Deutschland wird die Fußfessel beispielsweise hauptsächlich für Sexualstraftäter verwendet, während in der Schweiz eine breitere Anwendung möglich ist. Diese Unterschiede verdeutlichen die Notwendigkeit, die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen der Fußfessel in Österreich klar zu definieren.

„Nur ja heißt Ja“: Klare Regeln für Konsens

Das Prinzip „Nur ja heißt Ja“ setzt klare Regeln für den Konsens bei Sexualdelikten. Es betont die Notwendigkeit einer ausdrücklichen Zustimmung beider Parteien, um sexuelle Handlungen als einvernehmlich zu betrachten. Diese Regelung soll dazu beitragen, Missverständnisse zu vermeiden und den Opfern eine stärkere rechtliche Grundlage zu bieten, um gegen Übergriffe vorzugehen.

Die Einführung dieses Prinzips in Österreich wird als wichtiger Schritt zur Verbesserung des Opferschutzes angesehen. Es stellt sicher, dass die Verantwortung für die Einholung der Zustimmung nicht nur bei den Opfern liegt, sondern auch die Täter in die Pflicht genommen werden. Diese Änderung wird voraussichtlich zu einer höheren Sensibilisierung und einem besseren Verständnis hinsichtlich der Bedeutung von Konsens führen.

Statistiken und der Bürger-Impact

Die Fallzahlen der Gewaltschutzzentren in Österreich im Jahr 2025 zeigen einen besorgniserregenden Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt und Sexualdelikten. Laut dem Bundesverband der Gewaltschutzzentren wurden im vergangenen Jahr über 10.000 Fälle registriert. Diese Zahlen verdeutlichen die Dringlichkeit, effektive Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Besonders betroffen sind Frauen und Kinder, die in vielen Fällen die Hauptopfer häuslicher Gewalt darstellen.

Die neuen Maßnahmen, die auf der Pressekonferenz vorgestellt werden sollen, zielen darauf ab, den Opfern einen besseren Schutz zu bieten und die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Durch die Einführung elektronischer Fußfesseln und die Umsetzung des „Nur ja heißt Ja“-Prinzips sollen die Rechte der Opfer gestärkt und die Zahl der Übergriffe reduziert werden.

Zukunftsperspektiven: Wohin geht der Weg?

Die Zukunft des Gewaltschutzes in Österreich hängt von der erfolgreichen Umsetzung der neuen Maßnahmen und der kontinuierlichen Anpassung an gesellschaftliche Veränderungen ab. Experten sind sich einig, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen den Gewaltschutzzentren, der Polizei und der Justiz unerlässlich ist, um den Schutz der Opfer zu gewährleisten und die Täter zur Verantwortung zu ziehen.

Langfristig ist es wichtig, dass auch präventive Maßnahmen verstärkt werden. Bildung und Aufklärung spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Durch Sensibilisierungskampagnen in Schulen und der Öffentlichkeit soll ein Bewusstsein für die Problematik geschaffen und ein respektvoller Umgang miteinander gefördert werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Unterstützung der Opfer nach einem Übergriff. Hierbei kommt den Gewaltschutzzentren eine zentrale Rolle zu, die durch Beratungs- und Therapieangebote den Betroffenen helfen, die erlebte Gewalt zu verarbeiten und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Fazit und Ausblick

Die Pressekonferenz des Bundesverbandes der Gewaltschutzzentren Österreichs am 29. Januar 2026 wird wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Gewaltschutzes in Österreich geben. Die vorgestellten Maßnahmen zielen darauf ab, den Schutz der Opfer zu stärken und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie effektiv diese Maßnahmen umgesetzt werden und welche weiteren Schritte notwendig sind, um das Ziel eines umfassenden Gewaltschutzes zu erreichen.

Für weitere Informationen über die Arbeit der Gewaltschutzzentren und die geplanten Maßnahmen besuchen Sie bitte die Webseite des Bundesverbandes der Gewaltschutzzentren.