Wien (OTS) – Gegen ein Glyphosat-Totalverbot sprachen sich gestern im
Nationalrat
bei der Debatte zum Volksbegehren “Glyphosat Verbieten” die beiden
Abgeordneten Andreas Kühberger und Klaus Lindinger aus. Denn
Pflanzenschutz erfolge nicht zum Selbstzweck, sondern sei Grundlage
für ausreichend und leistbare heimische Lebensmittel, sagte ÖVP-
Konsumentenschutzsprecher Abg. Andreas Kühberger. Glyphosat sei daher
ein wichtiges Werkzeug, für dessen Einsatz es klare Regeln gebe.
Österreich habe eines der strengsten Pflanzenschutzgesetze,
unterstrich Kühberger.
“Wenn wir solche Mittel in Österreich verbieten, heißt das
keineswegs, dass wir keine Lebensmittel mehr auf den Teller bekommen,
bei denen Glyphosat verwendet wurde. Die Produktion vieler
Lebensmittel, für die Glyphosat unerlässlich ist, würde sich ins
Ausland verlagern”, stellte ÖVP-Konsumentenschutzsprecher Andreas
Kühberger klar und verwies auf das Beispiel des Bierrettich: Durch
das Verbot eines Unkrautbekämpfungsmittels wird in Österreich
praktisch kein Bierrettich mehr angebaut. Trotzdem wird er noch
gegessen und aus Ländern importiert, in denen dieses
Pflanzenschutzmittel noch angewendet wird, so der Abgeordnete.
“Die EU hat nach eingehender wissenschaftlicher Prüfung die
Nutzung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat verlängert. Darüber
hinaus hat Österreich bereits Einschränkungen umgesetzt, die über
diese EU-Standards hinausgehen. Weitere Einschränkungen oder gar ein
Totalverbot wären ein Wettbewerbsnachteil für unsere Bäuerinnen und
Bauern. Gerade in einem Bereich, in der die Selbstversorgung ohnehin
nicht sehr hoch ist“, gibt Obstbauer und Abg. Klaus Lindinger einen
Überblick über die derzeitige Gesetzeslage. Weiters zeige eine Studie
der Universität Tübingen, dass ein großer Teil des Glyphosats,
welches in Gewässern nachgewiesen wird, aus Wasserenthärtern stammt.
Diese werden in Waschmitteln verwendet und durch den chemischen
Prozess in Kläranlagen zu Glyphosat umgebaut.
“Der direkte Kontakt von Glyphosat mit Kulturpflanzen ist bei uns
verboten. Es darf lediglich auf den Boden ausgebracht werden. Daher
wird Glyphosat in Lebensmitteln auch nicht gefunden. Auch
Spielplätze, Parks und Hausgärten sind glyphosatfrei. Diese
Verschärfungen zum geltenden EU-Recht gibt es nur bei uns in
Österreich“, unterstreicht Lindinger.
“Nur bei uns in Österreich können wir wirklich kontrollieren, wie
Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Zusätzlich sind unsere
Bäuerinnen und Bauern speziell geschult und arbeiten
verantwortungsvoll mit solchen Substanzen. Einfach gesagt ist
Glyphosat ein wichtiges Werkzeug für unsere Bäuerinnen und Bauern, um
unsere Versorgung mit nachhaltigen gesunden Lebensmitteln
sicherzustellen. Deshalb sind wir für strenge Regeln und klare
Grenzen, aber gegen ideologische Totalverbote”, so die beiden
Abgeordneten. (Schluss)