Linz (OTS) – Im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung zu wohnen, ist
in
Oberösterreich für viele Menschen von hoher Bedeutung. Eigentum zu
schaffen, ist jedoch für immer weniger Menschen möglich. Eine
aktuelle repräsentative Erhebung des AK Wohnzufriedenheitsindex im
Mai 2025 gibt Auskunft darüber, welchen Stellenwert Eigentum in
Oberösterreich hat, woran der Traum vom Eigenheim scheitert und vor
welchen Hürden jene stehen, die Eigentum sanieren wollen. Dabei zeigt
sich, dass Potenzial zur Verbesserung sowohl bei den Darlehen für
Wohnraumschaffung als auch für die Sanierung besteht. Die Vorschläge
der AK für leistbares Wohnen liegen auf dem Tisch.
Fakt ist: Acht von zehn unselbständig Beschäftigten in
Oberösterreich halten es für wichtig, ein eigenes Haus oder eine
Eigentumswohnung zu besitzen. Dabei ist das Bedürfnis in ländlicheren
Regionen stärker ausgeprägt als im städtischen Umfeld und unabhängig
vom Einkommen. Jene, die sich kein Eigentum leisten können, sehen als
bevorzugte Alternative den geförderten Wohnbau. Jedoch ist die
besonders im ländlichen Bereich nicht immer im notwendigen Ausmaß
vorhanden.
Woran der Traum vom Eigentum scheitert
Für viele Menschen bleibt der Wunsch nach den eigenen vier Wänden
jedoch unerfüllt. Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent)
würde gerne Eigentum erwerben, kann sich das aber nicht leisten.
Besonders jüngere Menschen sind hier stark betroffen: 71 Prozent und
somit fast drei Viertel der unter 30-Jährigen geben an, sie können
sich den Traum vom Eigenheim oder der Eigentumswohnung nicht
erfüllen. Die Kosten für das Bauen selbst, für Kredite und Zinsen
sowie für das Bauland sind schlicht zu teuer.
Rahmenbedingungen für Sanierung ausbaufähig
Die Daten des Wohnzufriedenheitsindex zeigen: In Oberösterreich hat
die Mehrheit der Hauseigentümer:innen ihr Eigentum entweder neu
gebaut oder nachträgliche bauliche Maßnahmen gesetzt. Dabei nahmen
sie im Durchschnitt rund 267.000 Euro für die Investition ins
Eigenheim in die Hand. 12 Prozent der Befragten geben aktuell an,
dass das bewohnte Haus sanierungsbedürftig ist oder eine Sanierung
geplant ist. Dabei ist an thermische Sanierung oder Heizungstausch zu
denken. Die Rahmenbedingungen sind jedoch ausbaufähig: So sehen etwa
acht von zehn die Leistbarkeit und die Förderungen schlecht oder
kritisch und gut ebenso viele sind mit den Finanzierungskosten
unzufrieden.
Eigentum für mehr Menschen leistbar machen
Die AK steht an der Seite jener, die Eigentum schaffen wollen. Um es
mehr Menschen möglich zu machen, Eigentum zu schaffen, sollte die
Wohnbauförderung deutlich erhöht werden. Bei den geplanten Maßnahmen
zum Umstieg auf erneuerbare Energieträger im Gebäudebereich und zur
energetischen Sanierung im Gebäudesektor ist auf gerechte Verteilung
zu achten: Entsprechende Förder- und Finanzierungsprogramme müssen
besonders für kleine und mittlere Einkommen zugänglich sein.
Schließlich fordert die Arbeiterkammer, die Rechtsstellung von
Kreditnehmer:innen zu verbessern. Aktuell können Hypothekarkredite im
vollen Umfang fällig gestellt werden, sobald auch nur eine einzige
Rate nicht gezahlt werden kann. Ein Wohnbonus in der Höhe von 800
Euro in Form einer jährlichen, negativsteuerfähigen Steuergutschrift
für alle Arbeitnehmer:innen soll die steigenden Wohnkosten auch für
Eigenheimbesitzende zu einem Teil abgelten. Und: Für jene, die kein
Eigentum erwerben oder schaffen können, braucht es ausreichend
geförderten Wohnbau.
Hier finden Sie die ausführliche Pressekonferenzunterlage sowie
ein Foto von AK-Präsident Andreas Stangl und Martin Oppenauer, BA
Sozialforscher IFES zu Ihrer Verwendung.
Fotocredit: AK OÖ / Wolfgang Spitzbart