Am 25. August 2026 veröffentlichte die Wirtschaftskammer Österreich eine Studie, die den tiefgreifenden Strukturwandel im Papier-, Büro- und Schreibwarenhandel (PBS) beleuchtet. Dieser Wandel betrifft insbesondere den österreichischen Fachhandel, der zunehmend unter Druck gerät. Während die Zahl der Schließungen zuletzt leicht rückläufig war, bleibt die Branche vor großen Herausforderungen, besonders durch die wachsende Bedeutung des Onlinegeschäfts.
Der Strukturwandel im PBS-Handel
Der Begriff Strukturwandel beschreibt tiefgreifende Veränderungen in einer Branche, die oft durch technologische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Entwicklungen ausgelöst werden. Im Falle des PBS-Handels in Österreich ist dieser Wandel vor allem durch den Aufstieg des Onlinehandels und die Konkurrenz durch branchenfremde Anbieter wie den Lebensmitteleinzelhandel geprägt. Diese Veränderungen zwingen den traditionellen Fachhandel, seine Geschäftsmodelle zu überdenken und sich neuen Marktbedingungen anzupassen.
Historische Entwicklung und aktuelle Trends
Seit 2008 hat der österreichische PBS-Einzelhandel eine Abnahme der Unternehmensanzahl um etwa 31 Prozent erlebt. Diese Abnahme ist Teil eines globalen Trends, bei dem der stationäre Einzelhandel Marktanteile an Onlineplattformen verliert. Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz, wo ähnliche Entwicklungen beobachtet werden, zeigt sich, dass der österreichische Markt besonders stark von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt ist. Diese sind oft weniger flexibel als große Ketten und haben Schwierigkeiten, sich an den digitalen Wandel anzupassen.
Vergleich mit anderen Ländern
In Deutschland und der Schweiz haben große Einzelhandelsketten begonnen, ihre Onlinepräsenz massiv auszubauen, um den Marktanteil zu halten. Der österreichische Markt, der traditionell stärker fragmentiert ist, sieht sich hier vor größeren Herausforderungen. Während in der Schweiz der Anteil des Onlinehandels im PBS-Bereich ebenfalls wächst, ist der stationäre Handel dort durch eine stärkere Kundenbindung und Serviceorientierung noch stabiler als in Österreich.
Konkrete Auswirkungen auf Bürger und Unternehmen
Für Konsumenten bedeutet der Wandel im PBS-Handel eine größere Auswahl und oft günstigere Preise im Onlinehandel. Doch auch der stationäre Handel versucht, durch spezialisierte Angebote und verstärkten Kundenservice attraktiv zu bleiben. Unternehmen, vor allem kleine Fachhändler, müssen ihre Geschäftsmodelle anpassen. Ein Beispiel ist die Erweiterung des Sortiments um Geschenkartikel oder die Fokussierung auf Nischenprodukte, die nicht so leicht online erhältlich sind.
Zahlen und Fakten
Die jüngsten Statistiken zeigen, dass der PBS-Einzelhandel in Österreich einen Marktanteil von etwa 50 Prozent hält, während der Onlinehandel rund 20 Prozent des Marktvolumens ausmacht. Der Umsatz im Onlinehandel ist zwischen 2017 und 2025 um rund 90 Prozent gestiegen. Diese Zahlen verdeutlichen die Dynamik, die der digitale Vertriebskanal in den letzten Jahren gewonnen hat.
Zukunftsperspektive und Expertenmeinungen
Experten prognostizieren, dass der Trend zum Onlinehandel weiter anhalten wird. Für den PBS-Handel bedeutet dies, dass die Nutzung digitaler Vertriebskanäle unerlässlich ist. Andreas Auer von der Wirtschaftskammer Österreich betont, dass faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden müssen, um den stationären Handel zu unterstützen. Dies beinhaltet auch die Überarbeitung der EU-Verpackungsverordnung und der österreichischen Paketsteuer, um gleiche Bedingungen für alle Marktteilnehmer zu gewährleisten.
Fazit und Ausblick
Der PBS-Handel in Österreich steht vor einem strukturellen Wandel, der sowohl Herausforderungen als auch Chancen bietet. Während der Onlinehandel weiter wächst, bleibt der stationäre Handel durch spezialisierte Angebote und verbesserten Kundenservice relevant. Es wird entscheidend sein, wie gut sich die Unternehmen anpassen können, um in diesem sich schnell verändernden Umfeld zu bestehen. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite der Wirtschaftskammer Österreich.