In Wien brodelt es: Trotz mehrfacher Ankündigungen der Stadtregierung sind strengere Regelungen für Kurzzeitvermietungen durch Plattformen wie Airbnb noch immer nicht umgesetzt. Am 14. Juli 2026 steht die Stadt Wien erneut in der Kritik, da die versprochenen Maßnahmen zur Eindämmung der Umwandlung von Wohnraum in Tourismusappartements weiterhin ausbleiben. Die Grünen Wien, angeführt von Peter Kraus und Georg Prack, fordern dringende Maßnahmen, um den Wohnraub zu stoppen und die angespannte Wohnsituation in der österreichischen Hauptstadt zu entschärfen.
Die Entwicklung der Kurzzeitvermietung in Wien
Die Geschichte der Kurzzeitvermietung in Wien ist eng mit dem Aufstieg von Plattformen wie Airbnb verbunden, die seit den frühen 2010er Jahren weltweit an Popularität gewonnen haben. Ursprünglich als Möglichkeit gedacht, Reisenden eine günstigere und authentischere Alternative zu Hotels zu bieten, hat sich der Markt für Kurzzeitvermietungen in den vergangenen Jahren stark verändert. In Wien, einer Stadt mit ohnehin schon angespanntem Wohnungsmarkt, führte dies zu einer erheblichen Reduktion des verfügbaren Wohnraums für die lokale Bevölkerung. Die von der Stadt Wien eingeführten Regelungen im Jahr 2024, die auf einer EU-Verordnung basieren, sollten diesem Trend entgegenwirken. Doch trotz der Verordnung, die am 19. Mai 2024 beschlossen wurde, fehlt bis heute ein wirksames Register zur Kontrolle illegaler Vermietungen.
Vergleich mit anderen Städten
Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass Wien nicht alleine mit diesem Problem dasteht. In Deutschland haben Städte wie Berlin und München ähnliche Herausforderungen gemeistert, indem sie strenge Auflagen für die Kurzzeitvermietung eingeführt haben. So ist in Berlin die Vermietung von Zweitwohnungen stark reguliert, während in München die Vermietung ohne Genehmigung grundsätzlich verboten ist. In der Schweiz hat Zürich ebenfalls Maßnahmen ergriffen, um den Wohnungsmarkt zu schützen, indem es Vermietungen über Plattformen auf maximal 90 Tage im Jahr begrenzt hat. Diese Maßnahmen könnten als Vorbild für Wien dienen, um den Wohnungsmarkt zu stabilisieren.
Auswirkungen auf die Wiener Bevölkerung
Die Auswirkungen der unregulierten Kurzzeitvermietungen sind in Wien deutlich spürbar. Mit über 14.000 Wohnungen, die dauerhaft als Tourismusappartements genutzt werden, ist das Angebot an leistbarem Wohnraum für die Wienerinnen und Wiener drastisch gesunken. Viele Bewohnerinnen und Bewohner finden sich in einer prekären Lage wieder, da sie gezwungen sind, in teurere Mietverhältnisse auszuweichen oder sogar die Stadt zu verlassen. Ein konkretes Beispiel ist der Bezirk Josefstadt, in dem die Anzahl der verfügbaren Wohnungen durch den Anstieg der Kurzzeitvermietungen erheblich reduziert wurde.
Zahlen und Fakten
Die Statistik zeigt ein beunruhigendes Bild: Wien hat in den letzten Jahren einen kontinuierlichen Anstieg der Kurzzeitvermietungen erlebt. Laut einer Studie von 2025 sind allein im Jahr 2024 über 1.500 neue Anträge auf Umwandlung von Wohnraum in Beherbergungsstätten eingegangen. Diese Zahl verdeutlicht die Dringlichkeit, mit der die Stadt handeln muss, um die Wohnsituation zu verbessern. Die geplante Einführung eines Kurzzeitvermietungsregisters soll Abhilfe schaffen, indem es den Behörden ermöglicht, die auf Plattformen angebotenen Unterkünfte mit den behördlich genehmigten abzugleichen.
Die Forderungen der Grünen
Die Grünen Wien haben klare Forderungen an die Stadtregierung gestellt, um den Wohnraub zu stoppen. Sie plädieren für einen sofortigen Stopp der Ausnahmebewilligungen für gewerbliche Nutzungen in Wohnzonen und fordern, dass laufende Bewilligungen nicht verlängert werden. Zudem soll das angekündigte Register ohne weiteren Verzug eingeführt werden. Eine weitere Forderung ist die Begrenzung der Vermietung auf 90 Tage pro Jahr, um sicherzustellen, dass Wohnungen nicht dauerhaft dem Wohnungsmarkt entzogen werden.
Zukunftsperspektiven und Prognosen
Die Zukunft des Wiener Wohnungsmarktes hängt entscheidend von der Umsetzung der angekündigten Maßnahmen ab. Sollte die Stadtregierung die Forderungen der Grünen umsetzen, könnte dies zu einer Stabilisierung des Marktes führen und den Druck auf den Wohnungsmarkt verringern. Experten prognostizieren, dass eine konsequente Regulierung der Kurzzeitvermietungen nicht nur den Wohnraum für die lokale Bevölkerung sichern, sondern auch die Mietpreise langfristig stabilisieren könnte. Es bleibt abzuwarten, ob die Stadtregierung den Worten auch Taten folgen lässt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Wien vor einer entscheidenden Weichenstellung steht. Die Stadt muss handeln, um den Wohnraub zu stoppen und den Wienerinnen und Wienern eine Perspektive zu bieten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Stadtregierung bereit ist, die notwendigen Schritte zu unternehmen. Bleiben Sie informiert und beteiligen Sie sich an der Debatte!