Ob durch den gesellschaftlichen Wandel in einer immer stärker globalisierten Welt oder durch eine veränderte Trauerkultur: Die Bestattungsmöglichkeiten, die heute zur Verfügung stehen, werden seit Jahren vielfältiger und ermöglichen einen immer individuelleren Abschieds- und damit auch Trauerprozess.
Besonders stark gestiegen ist die Nachfrage nach Naturbestattungen. Immer mehr Menschen entscheiden sich für diese Bestattungsform, die den Abschied mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit und dem Verbleib im Kreislauf der Natur verbindet.
Doch was ist eine Naturbestattung überhaupt? Welche Voraussetzungen gelten, welche Vorteile gibt es und wie sieht die Grabpflege im Vergleich zu einer Bestattung auf dem kommunalen Friedhof aus? Hier ein Überblick.
Bei einer Naturbestattung wird die Asche der verstorbenen Person nicht auf einem klassischen Friedhof beigesetzt, sondern in der freien Natur. Durch diese Bestattungsform soll die Asche in den Kreislauf des Lebens zurückgegeben werden. So entsteht ein Abschiedsort, der nicht von Grabsteinen geprägt ist, sondern von freier Natur und Lebendigkeit. Welche Möglichkeiten dabei konkret zur Verfügung stehen, hängt von der jeweiligen Region und den geltenden Landesgesetzen ab.
Welche Formen der Naturbestattung gibt es?
Je nach Anbieter und Land sind die Möglichkeiten einer Beisetzung in der Natur sehr vielfältig:
Waldbestattung
Bei einer Waldbestattung – auch Baumbestattung genannt – wird die Asche an den Wurzeln eines Baumes auf einem dafür genehmigten Waldfriedhof beigesetzt. Die Flächen werden vom forstlichen Personal betreut und in ihrem natürlichen Ursprung erhalten.
Almbestattung
Bei einer Almbestattung liegt die letzte Ruhestätte im Gebirge auf Almwiesen. Ähnlich wie bei der Wiesenbestattung wird auch hier die Grabstelle per GPS ausgemessen.
Wiesenbestattung
Die Bestattung auf Wiesenflächen bietet die Möglichkeit, die letzte Ruhestätte auf naturbelassenen, artenreichen Wiesen zu finden. Im Gegensatz zur Baumbestattung gibt es hier in der Regel keine genaue Grabkennzeichnung. Stattdessen werden die Grabstellen vom forstlichen Personal exakt per GPS vermessen. Diese GPS-Daten können Angehörige beim jeweiligen Anbieter anfordern.
Seebestattung
Bei einer Seebestattung wird die Asche dem Wasser übergeben – etwa in Flüssen, Seen oder im Meer. Da diese Form der Naturbestattung nicht überall angeboten wird, sollte man sich vorab genau informieren, wo eine Seebestattung möglich ist und welche Rahmenbedingungen dabei gelten.
Je nachdem, für welche Variante und für welchen Anbieter man sich entscheidet, unterscheiden sich auch die Kosten. Ein wesentlicher Vorteil der Naturbestattung ist jedoch, dass die Ausgaben für eine aufwendige Grabpflege, wie sie auf klassischen Friedhöfen anfällt, in der Regel wegfallen.
Voraussetzungen für eine Naturbestattung
Je nachdem, für welche Bestattungsform man sich entscheidet, gelten neben gesetzlichen Bestimmungen auch bestimmte Vorgaben der Friedhofsbetreiber. Dazu zählen insbesondere:
Kremation
Voraussetzung für eine Naturbestattung ist eine Feuerbestattung. Eine Erdbestattung im Sarg ist auf einem Naturfriedhof in Österreich nicht möglich.
Biologisch abbaubare Urnen
Wer sich für eine Wald-, Wiesen- oder Almbestattung entscheidet, benötigt eine biologisch abbaubare Urne, damit diese mit der Zeit ins Erdreich übergehen kann. Geeignete Materialien sind beispielsweise Arboform (gepresstes Flüssigholz) oder – je nach Holzart – Holz.
Gräber und Grabpflege auf Naturfriedhöfen
Da Natur- und Waldfriedhöfe natürliche Flächen sind und der Eingriff in die Natur möglichst gering gehalten werden soll, sind die Gräber üblicherweise nicht namentlich gekennzeichnet. Auf vielen Naturfriedhöfen gibt es jedoch einen Gedenkstein an einem Andachtsplatz, an dem der Name der verstorbenen Person auf einer Namensplakette angebracht werden kann.
Bei einer Baumbestattung sind die Bäume zusätzlich mit Nummern versehen. Diese Nummer kann auch auf der Namensplakette angegeben werden. Für die individuelle Gestaltung einer solchen Plakette stehen Bestatter oder die zuständigen Betreuer des jeweiligen Naturfriedhofs zur Verfügung.
Aufgrund des Nachhaltigkeitsgedankens ist eine individuelle Gestaltung mit klassischem Grabschmuck meist nicht möglich. In vielen Fällen ist lediglich das Verteilen von Rosenblüten erlaubt, da diese schnell verrotten. Blumengestecke oder Kerzen dürfen in der Regel nicht hinterlassen werden. Die Grabpflege übernimmt hier die Natur selbst.
Vorteile einer Naturbestattung für Hinterbliebene
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Keine aufwendige Grabpflege: Die Natur übernimmt die Pflege und das Schmücken des Grabes. Das spart nicht nur Kosten, sondern entspricht auch dem Gedanken der Nachhaltigkeit.
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Orte voller Leben: Pflanzen, Insekten, Vögel und Wildtiere finden in Naturfriedhöfen ein geschütztes Habitat.
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Die Natur als stärkender Ort: Viele Angehörige empfinden einen Grabbesuch im Wald, auf einer Alm oder auf einer Wiese als unterstützend im Trauerprozess, da diese Orte Ruhe, Zufriedenheit und Trost spenden können.
Warum ist eine Naturbestattung nachhaltig?
Der ökologische Aspekt ist für viele Menschen, die sich für eine Naturbestattung interessieren, ein zentrales Argument. Dazu gehören unter anderem folgende Punkte:
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Naturschutz: Naturfriedhöfe sind langfristig geschützt und werden nicht mehr landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzt. Bäume bleiben möglichst bis zu ihrem natürlichen Lebensende im Wald, Wiesen werden nicht gedüngt und nur selten gemäht. Das erhöht die Biodiversität und dient dem Naturschutz.
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Biologisch abbaubare Materialien: Urnen und Absenkschnüre bestehen aus biologisch abbaubaren Stoffen, die nach einiger Zeit ins Erdreich übergehen.
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Schonung des Ökosystems: Das forstliche Personal achtet bei der Grabvorbereitung auf das Wurzelwerk, damit Bäume und Pflanzen nicht geschädigt werden.
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Keine Grabpflege: Es kommen keine Chemikalien, kein Stein und kein Plastik zum Einsatz – die Natur selbst übernimmt die Pflege.
So wird die letzte Ruhestätte nicht nur zu einem persönlichen Ort der Erinnerung, sondern auch zu einem aktiven Beitrag zum Umweltschutz.
Naturbestattung in Österreich
paxnatura, Österreichs größter Anbieter für Natur- und Waldbestattung, bietet aktuell acht Natur- und Waldfriedhöfe im ganzen Land an. Dort können würdevolle und individuelle Beisetzungen nach den eigenen Vorstellungen gestaltet werden – frei von Vorgaben hinsichtlich religiöser Zugehörigkeit oder Herkunft.
Auf vier der Flächen ist es in unmittelbarer Nähe zum Humanfriedhof auf den amicus Tierfriedhöfen außerdem möglich, auch den tierischen Begleiter beizusetzen. Weitere Informationen zu den Möglichkeiten der Naturbestattung finden Sie unter https://www.paxnatura.at/prospekte/.
Pressekontakt
paxnatura Naturbestattungs GmbH & Co KG
Frau Dipl. Bw. Karin Seewald
Glanegg 2, 5082 Grödig
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