Am 17. Februar 2026 veröffentlichte der Österreichische Bauernbund alarmierende Zahlen zur Einkommenssituation in der Landwirtschaft. Diese Daten verdeutlichen die Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Agrarsektor. Die Österreichische Landarbeiterkammer betont, dass eine wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft unerlässlich für stabile Beschäftigung und gute Arbeitsbedingungen im ländlichen Raum ist. Der ÖLAK-Präsident Ing. Andreas Freistetter unterstreicht die Notwendigkeit fairer und planbarer Rahmenbedingungen, die im Interesse aller Beteiligten liegen – von den bäuerlichen Familienbetrieben bis zu den Konsumentinnen und Konsumenten.
Wirtschaftliche Stabilität durch faire Preise
Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Die Erzeugerpreise sind oft unter Druck, was sich direkt auf die Betriebe und deren Mitarbeiter auswirkt. In Österreich ist die Landwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftszweig, der wesentlich zur Versorgungssicherheit beiträgt. Eine ausgewogenere Verteilung der Wertschöpfung, wie von Andreas Gleirscher, Präsident der Landarbeiterkammer Tirol, gefordert, ist entscheidend für stabile Betriebe und sichere Arbeitsplätze. Nur wenn am Anfang der Produktionskette genügend Spielraum vorhanden ist, können langfristig gute Arbeitsbedingungen und Qualifizierung gewährleistet werden.
Internationale Wettbewerbsverzerrungen
Österreichische Betriebe stehen unter Druck durch internationale Märkte. Viele importierte Agrarprodukte werden unter anderen Umwelt- und Tierschutzauflagen produziert, was zu Wettbewerbsverzerrungen führt. Diese Situation gefährdet langfristig sowohl die Betriebe als auch die Beschäftigung im Inland, erklärt der Präsident der steiermärkischen Landarbeiterkammer, HR Ing. Eduard Zentner. Um diesem Druck entgegenzuwirken, ist eine starke Agrarpolitik notwendig, die sowohl den Schutz der Umwelt als auch die Interessen der Beschäftigten berücksichtigt.
Historische Entwicklung der Landwirtschaft
Die Landwirtschaft in Österreich hat eine lange Tradition und spielt seit Jahrhunderten eine zentrale Rolle in der Gesellschaft. Ursprünglich waren die landwirtschaftlichen Betriebe klein und familiengeführt, was sich im Laufe der Industrialisierung und Globalisierung verändert hat. Heute stehen die Betriebe vor neuen Herausforderungen, die eine Anpassung an moderne Marktbedingungen erfordern. Diese Entwicklung verdeutlicht die Notwendigkeit, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen kontinuierlich zu überprüfen und anzupassen, um den Fortbestand der Betriebe zu sichern.
Vergleich mit anderen Ländern
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz hat Österreich eine kleinere landwirtschaftliche Produktionsfläche, was die Herausforderungen für die heimischen Betriebe verstärkt. Während in Deutschland und der Schweiz ähnliche Probleme bestehen, gelingt es diesen Ländern oft besser, ihre Agrarprodukte international zu vermarkten. Dies liegt unter anderem an den unterschiedlichen politischen Rahmenbedingungen und der Unterstützung der Landwirtschaft durch staatliche Maßnahmen.
Konkrete Auswirkungen auf Bürger
Die Auswirkungen der Preisentwicklung in der Landwirtschaft betreffen nicht nur die Produzenten, sondern auch die Konsumenten. Steigende Preise für landwirtschaftliche Produkte können zu höheren Lebenshaltungskosten führen. Gleichzeitig sind faire Preise notwendig, um die Existenz der Betriebe und die Qualität der Produkte zu sichern. Ein Beispiel ist der Milchpreis, der in den letzten Jahren stark schwankte und die Existenz vieler Milchbauern bedrohte.
Zahlen und Fakten
Statistiken zeigen, dass die landwirtschaftlichen Einkommen in Österreich in den letzten Jahren stagnieren oder sogar rückläufig sind. Diese Entwicklung ist besorgniserregend, da sie die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe gefährdet. Die Landarbeiterkammern fordern daher eine gerechtere Verteilung der Wertschöpfung und eine stärkere Unterstützung der Landwirtschaft durch die Politik.
Zukunftsperspektiven
Die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft hängt von der Fähigkeit ab, sich an die sich ändernden Marktbedingungen anzupassen. Eine nachhaltige Landwirtschaftspolitik muss sowohl ökologische als auch soziale Aspekte berücksichtigen, um langfristig stabile Preise und sichere Arbeitsplätze zu gewährleisten. Die Zusammenarbeit von Politik, Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Sozialpartnern ist entscheidend, um diese Ziele zu erreichen.
Zusammenfassend ist klar, dass fairere Preise nicht nur die Betriebe stärken, sondern auch die Grundlage für gute Arbeitsbedingungen schaffen. Die Landarbeiterkammern setzen sich für einen konstruktiven Dialog entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein, um langfristig stabile Preise, sichere Versorgung und gute Arbeit sicherzustellen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der OTS.