In Österreich steigt die Nutzung digitaler Medien unaufhörlich an. Am 24. Jänner 2026 präsentiert Christine Reiler in der ORF-Sendung „Bewusst gesund“ das Thema Mediensucht, das sowohl junge als auch ältere Menschen betrifft. Der Fokus liegt auf den Auswirkungen dieser Sucht und den Möglichkeiten, ihr entgegenzuwirken.
Mediensucht: Ein wachsendes Problem
Digitale Medien haben unsere Lebensweise revolutioniert. Sie sind unverzichtbar für die schnelle Informationsbeschaffung und den sozialen Austausch. Doch mit der zunehmenden Nutzung wächst auch das Risiko der Mediensucht. Eine Studie zeigt, dass Österreicher:innen im Durchschnitt 40 Mal täglich zum Handy greifen, wobei die Tendenz weiter steigt. Die durchschnittliche Nutzungsdauer beträgt vier Stunden täglich. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Grenze zwischen nützlicher Anwendung und suchtartigem Verhalten schnell überschritten werden kann.
Verhaltenssucht erklärt
Verhaltenssucht, zu der auch die Mediensucht zählt, ist eine Form der Abhängigkeit, bei der nicht der Konsum einer Substanz, sondern ein bestimmtes Verhalten im Mittelpunkt steht. Betroffene erleben einen Kontrollverlust und verspüren ein starkes Verlangen, das Verhalten fortzusetzen. Oft werden soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten vernachlässigt, was zu Isolation und weiteren psychischen Problemen führen kann.
Historische Entwicklung der Mediensucht
Die digitale Revolution begann in den 1990er Jahren mit dem Aufkommen des Internets. Seither hat sich die Nutzung digitaler Medien stetig ausgeweitet. Smartphones und soziale Netzwerke haben die Art und Weise, wie wir kommunizieren und Informationen konsumieren, grundlegend verändert. Anfangs standen die Vorteile im Vordergrund, doch inzwischen werden die negativen Auswirkungen immer deutlicher. Mediensucht ist kein neues Phänomen, doch die Digitalisierung hat es verstärkt und breiter gefächert.
Vergleich mit anderen Ländern
Im Vergleich zu Deutschland und der Schweiz zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch dort ist die Mediensucht ein wachsendes Problem. In Deutschland sind etwa 1% der Bevölkerung betroffen. In der Schweiz liegt die Zahl etwas niedriger, doch auch hier ist der Trend steigend. Österreich reiht sich in diese Entwicklung ein, wobei die gesellschaftlichen und kulturellen Unterschiede zu leicht variierenden Ausprägungen führen können.
Konkrete Auswirkungen auf die Bürger
Die Auswirkungen der Mediensucht sind vielfältig. Ein Beispiel ist die Geschichte eines jungen Österreichers, der durch exzessive Mediennutzung seine schulischen Leistungen vernachlässigte und in soziale Isolation geriet. Erst durch eine gezielte Therapie konnte er den Kreislauf durchbrechen und seine Mediennutzung kontrollieren. Ältere Menschen hingegen, die nach dem Pensionsantritt vermehrt auf digitale Medien zurückgreifen, um soziale Kontakte zu pflegen, berichten von Schlafstörungen und erhöhter Einsamkeit. Diese Beispiele verdeutlichen, dass Mediensucht alle Altersgruppen betreffen kann und individuelle Lösungsansätze erfordert.
Zahlen und Fakten
Laut der Studie greifen Österreicher:innen im Schnitt fast 40 Mal am Tag zum Handy. Die tägliche Nutzungsdauer beträgt etwa vier Stunden. Diese Zahlen zeigen, dass die digitale Mediennutzung ein zentraler Bestandteil des Alltags vieler Menschen ist. Die steigende Tendenz lässt vermuten, dass die Zahl der von Mediensucht Betroffenen in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird.
Therapiemöglichkeiten und Zukunftsperspektive
Dr. Dominik Batthyány, Psychotherapeut und Leiter des Vereins ERGON, betont, dass die Therapiemöglichkeiten von professioneller Beratung über Psychotherapie bis hin zu individuell abgestimmten Strategien zur bewussten Mediennutzung reichen. Die Zukunftsperspektive zeigt, dass Prävention und Aufklärung entscheidend sind, um das Bewusstsein für die Risiken der Mediensucht zu schärfen und Betroffenen frühzeitig Hilfe zu bieten.
Schlussfolgerung und Ausblick
Die Mediensucht stellt eine ernstzunehmende Herausforderung dar, die alle Altersgruppen betrifft. Es ist wichtig, die Risiken zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Prävention und Therapie zu ergreifen. Weitere Informationen bietet die Sendung „Bewusst gesund“ auf ORF 2 und ORF ON. Wie wird die Gesellschaft in Zukunft mit der wachsenden digitalen Abhängigkeit umgehen? Diese Frage bleibt spannend und erfordert kontinuierliche Aufmerksamkeit und Forschung.