Wien (OTS) – Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat im Jahr 2025
insgesamt
104 Arzneimittel zur Erstzulassung empfohlen. Das zeigt der aktuelle
Jahresbericht der europäischen Arzneimittelbehörde. Folgt die
Europäische Kommission den Empfehlungen der EMA und erteilt eine
Zulassung, bedeutet das einen signifikanten Ausbau des medizinischen
Versorgungsspektrums. Dank neuer Wirkstoffe und
Indikationserweiterungen werden auch Krankheiten behandelbar, bei
denen es bislang noch keine adäquaten Therapien gab, so etwa im
Bereich der seltenen Erkrankungen. Besonders viele Produkte betreffen
die Bereiche Krebs, Immunologie, Neurologie und Infektionen.
Im Detail umfassen die 104 EMA-Zulassungsempfehlungen 38 neue
Wirkstoffe. 16 Arzneimittel dienen der Behandlung seltener
Erkrankungen. Des Weiteren sind 41 der 104 empfohlenen Arzneimittel
Biosimilars, also Nachbauten von Biologika. 10 sind Generika und
damit Nachfolger von chemisch-synthetisch hergestellten Medikamenten.
Zudem wurden 4 Impfstoffe empfohlen, etwa zum Schutz vor bakteriellen
und viralen Erkrankungen. Die Empfehlungen betreffen auch weitere
Erstzulassungen außerhalb dieser Gruppen, etwa Produkte mit bekannten
Wirkstoffen in neuer Darreichungsform.
Zusätzlich zu diesen 104 Empfehlungen auf Erstzulassungen hat die
EMA im vergangenen Jahr zu 89 bereits verfügbaren Arzneimitteln eine
Indikationserweiterung empfohlen. 40 dieser Erweiterungen betreffen
speziell die Versorgung von Kindern und Jugendlichen.
Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG, betont die
Bedeutung dieser Entwicklungen: „ Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll,
wie viel medizinischer Fortschritt entsteht, aber auch, wie wichtig
es ist, diesen Fortschritt für die Menschen tatsächlich zugänglich zu
machen. Hinter jedem dieser empfohlenen Arzneimittel steht die
Hoffnung der Betroffenen auf mehr Lebensqualität. “
Die EMA-Empfehlungen zeigen, dass personalisierte Behandlungen
zunehmend an Bedeutung gewinnen, bei denen Therapien stärker an
individuelle Merkmale angepasst werden. Ebenso Zell- und
Gentherapien, von denen vier unter die 104 Zulassungsempfehlungen
fallen. Diese sogenannten Advanced Therapies beruhen auf
biotechnologischen Verfahren, wie der gezielten Veränderung von
Zellen oder der Reparatur genetischer Defekte. Sie eröffnen neue
Möglichkeiten in Bereichen, in denen herkömmliche Behandlungen oft an
Grenzen stoßen.
Herzog betont bei dieser Gelegenheit auch den
gesamtwirtschaftlichen Wert moderner Therapien: „Was wir hier sehen,
sind Forschungserfolge und gleichzeitig neue Chancen für Menschen,
die schon lange auf Behandlungsmöglichkeiten warten.“ Doch mit der
Forschung allein ist es nicht getan, denn: „Damit diese Therapien
auch wirklich bei Patientinnen und Patienten ankommen, brauchen wir
Preis- und Erstattungsmodelle, die den tatsächlichen Nutzen moderner
Arzneimittel abbilden. Dazu gehören, neben ihren Effekten auf die
Gesundheit von Patientinnen und Patienten, auch die Wiederherstellung
ihrer Arbeitsfähigkeit, die Vermeidung oder Verkürzung von
Krankenhausaufenthalten oder auch der Beitrag moderner und bewährter
Therapien zur wirtschaftlichen Stabilität unseres Versorgungssystems.
All das muss in allfällige Preis- und Erstattungsverhandlungen
miteinbezogen werden“, so Herzog.
Über die PHARMIG: Die PHARMIG ist die freiwillige
Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit
hat der Verband ca. 120 Mitglieder (Stand Jänner 2026), die den
Medikamenten-Markt zu gut 95 Prozent abdecken. Die PHARMIG und ihre
Mitgliedsfirmen stehen für eine bestmögliche Versorgungssicherheit
mit Arzneimitteln im Gesundheitswesen und sichern durch Qualität und
Innovation den gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritt.