Politik

„WELTjournal / WELTjournal +“ zum Schwerpunkt „80 Jahre Hiroshima“

Wien (OTS) – Auftakt zum ORF-Schwerpunkt „80 Jahre Hiroshima“: Um das
„Trauma ohne
Ende“ geht es zunächst im „WELTjournal“ am Mittwoch, dem 6. August
2025, um 22.30 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON, ehe es um 23.05 Uhr im
„WELTjournal+“ mit der Reportage „Mein Tokio“ mit Japan weitergeht.
Am 8. August folgt um 22.35 Uhr in ORF 2 die „Universum History“-Doku
„Der Wettlauf um die Atombombe“. Auch ORF widmet sich am 9. August in
einem ausführlichen „zeit.geschichte“-Abend diesem Thema. Noch bis 7.
August steht das „Radiokolleg“ in Ö1 im Zeichen von „Hiroshimas
Enkel“. In „Punkt eins“ um 13.00 Uhr spricht am 6. August der
Nuklearforscher Georg Steinhauser über die Wirksamkeit der atomaren
Abschreckung und die Langzeitfolgen von Nuklearunfällen.

WELTjournal: Trauma ohne Ende – 80 Jahre Hiroshima, 22.30 Uhr,
ORF 2 und auf ORF ON

Die ersten und bisher einzigen Atombombenabwürfe in der
Menschheitsgeschichte jähren sich heuer zum 80. Mal. Am 6. und 9.
August 1945 griffen die USA die japanischen Städte Hiroshima und
Nagasaki mit Atombomben an, bei den Explosionen und dem Feuersturm
wurden 100.000 Menschen sofort getötet, weitere 130.000 Menschen
starben noch im gleichen Jahr an den Folgeschäden.
ORF-Japan-Expertin Judith Brandner berichtet seit vielen Jahren in TV
– und Radiosendungen, Büchern und Artikeln über Japan. Für das
„WELTjournal“ hat sie den Schauplatz des ersten Atombombenabwurfs
nochmals besucht und mit einem der wenigen verbliebenen Überlebenden
und mit Nachkommen von Atombombenopfern gesprochen. Wie gehen jüngere
Generationen mit dem traumatischen Erbe um? Wie wirkt das Grauen in
die dritte und vierte Generation nach?

WELTjournal +: Mein Tokio, 23.05 Uhr, ORF 2 und auf ORF ON

Japans Hauptstadt Tokio ist eines der attraktivsten Reiseziele in
Fern-Ostasien: Tokio gilt als künstlerische Drehscheibe und
attraktiver Vergnügungsmarkt, die Stadt hat eine faszinierende
Architektur und ist die sicherste und sauberste Metropole in dieser
Weltgegend. Der langjährige „WELTjournal“-Reporter Alexander
Steinbach hat in den 1980er Jahren selbst in Tokio gelebt. In seinem
Stadtporträt „Mein Tokio“ zeigt Steinbach, wie sehr sich die Stadt
und die Gesellschaft seit dem wirtschaftlichen Höhenflug Japans
verändert haben. „Was mich beunruhigt, ist, dass die Jugend in ihrer
politischen Einstellung immer konservativer wird, immer
nationalistischer“, sagt etwa der bekannte Philosoph Kenichi Mishima.
Ein anderes, nicht minder drängendes Problem ist die offensichtliche
Beziehungsunfähigkeit der Japaner. Der Anteil der Single-Haushalte in
Tokio hat 50 Prozent erreicht. „Viele versuchen verzweifelt eine
Liebesbeziehung einzugehen, aber sie finden nicht den entsprechenden
Partner“, bemerkt die deutsche Japan-Expertin Carola Hommerich. Doch
die Tokioter wissen sich auch zu entspannen und zu vergnügen: etwa in
einem der Onsen, der legendären heißen Quellen Japans, im bewegten
Tokioter Nachtleben oder bei einer der schrägen Auktionen in Tsukiji,
dem größten Fischmarkt der Welt.

Universum History: Der Wettlauf um die Atombombe, 8. August,
22.35 Uhr, ORF 2 und auf ORF ON

Die Angst vor einer Kernwaffe in den Händen des
nationalsozialistischen Regimes in Deutschland wird 1939 zum
Ausgangspunkt eines beispiellosen Forschungsprojekts: Tausende
Menschen aus den Bereichen Physik, Chemie, Ingenieurswesen und
Technik, aber auch Militärs und Verwaltungspersonal arbeiten in den
USA gemeinsam am Bau einer Bombe, wie sie die Welt noch nicht gesehen
hat. Mit dabei sind vier brillante ungarisch-jüdische Wissenschafter.
Sie prägen die Entwicklung der ersten Atombombe entscheidend mit. Die
„Universum History“-Dokumentation „Der Wettlauf um die Atombombe“ von
Thomas Ammann und Judith Lentze zeichnet im Rahmen der neuen Reihe
„Bilder, die Geschichte schrieben“ anhand ihrer Lebensgeschichten den
folgenschweren Beginn des nuklearen Zeitalters nach.

Anfang des 20. Jahrhunderts ist Budapest nicht nur die
zweitgrößte Metropole des österreichisch-ungarischen
Vielvölkerstaats. Die Stadt ist auch ein geistiges und kulturelles
Zentrum der Habsburger-Monarchie. Hier beginnt die Geschichte von
insgesamt sechs jungen Ungarn: Mihály Kertész macht später als
Michael Curtiz in Hollywood Karriere. Endre Ernő Friedmann wird als
Robert Capa ein weltberühmter Kriegsfotograf. Der Mathematiker John
von Neumann, geboren als János Neumann, erfindet die Struktur des
modernen Computers. Der Physiker Leó Szilárd entwickelt die Theorie
der nuklearen Kettenreaktion und bahnt damit den Weg ins
Atomzeitalter. Eugene Wigner, geboren als Jenő Pál Wigner, erhält
1963 für seine Beiträge zur Kernphysik den Nobelpreis. Und
schließlich Ede Teller – als Edward Teller baut er nicht nur die
Atombombe mit, sondern arbeitet danach mit absoluter Überzeugung an
der Entwicklung der Wasserstoffbombe. Sie alle flüchten vor den
Nationalsozialisten in die USA. Dort setzen sich die vier Forscher
aus Ungarn vehement für ein Forschungsprogramm zur Entwicklung der
Atombombe ein, angetrieben von der Angst vor einer Atombombe in den
Händen der Nationalsozialisten. Schließlich sind ihre Bemühungen
erfolgreich: Mit dem Manhattan-Project läuft ein beispielloses
Projekt an, um eine Waffe zu entwickeln, wie sie die Welt noch nicht
gesehen hat – mit einer nie dagewesenen Zerstörungskraft.

„Universum History“ erzählt die Geschichte der sechs Männer und
damit auch die Geschichte der Entwicklung der Atombombe. Bis heute
prägen die Folgen jener Forschungen unsere Welt. Expertinnen und
Experten erklären die Hintergründe und beschreiben detailreich die
Situation dieser jüdischen Migranten, die auf ihre Weise den
Totalitarismus zu bekämpfen versuchen. Auszüge aus deren Briefen,
Memoiren und anderen Aufzeichnungen geben einen lebendigen Einblick
in die Gedankenwelt der sechs Protagonisten. Im Fokus stehen vor
allem jene vier Wissenschafter, die am Manhattan-Projekt mitarbeiten.
Ihre brillanten Ideen verändern den Lauf der Geschichte, sie alle
aber ringen auch in unterschiedlichem Ausmaß mit den ethischen
Konsequenzen ihres Tuns. Leó Szilárd etwa kämpft später in der
Friedensbewegung gegen die atomare Aufrüstung. Eine bildgewaltige
Reise durch das 20. Jahrhundert.

Geschichte, Hintergründe und Schicksale: Fünfteiliger ORF-III-
„zeit.geschichte“-Abend zu 80 Jahre Hiroshima

ORF III widmet sich am Samstag, dem 9. August, ab 20.15 Uhr in
einem fünfteiligen „zeit.geschichte“-Abend dem Atombombenabwurf auf
Hiroshima vor 80 Jahren. Den Anfang bildet das Gesprächsformat
„Geschichte heute – 80 Jahre Hiroshima und Nagasaki“ (19.50 Uhr):
Darin bittet „zeit.geschichte“-Redakteurin Sabrina Peer den
Historiker und Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums Georg
Hoffmann sowie Nadja Schmidt, Friedensnobelpreisträgerin und
Sprecherin von ICAN Österreich (International Campaign to Abolish
Nuclear Weapons), zu Wort über die historische Zäsur durch den
Atombombeneinsatz, die gegenwärtige atomare Bedrohung sowie
Österreichs Haltung zur Verbreitung von Nuklearwaffen. Danach folgt
die Produktion „Hiroshima – Chronik einer Katastrophe“ (20.15 Uhr),
die anhand bislang unveröffentlichter Fotografien sowie mit Hilfe
modernster Technologie die Ereignisse des 6. August 1945
eindrucksvoll rekonstruiert. Anschließend an das Dacapo der
„Universum History“-Ausgabe „Der Wettlauf um die Atombombe“ (21.15
Uhr) über die historischen Ursprünge der Atomwaffe und die
Hintergründe des US-amerikanischen Manhattan-Projekts stehen drei
weitere Dokumentationen auf dem Programm: „Hiroshima – Kriegsende
oder Kriegsverbrechen?“ (22.20 Uhr) hinterfragt die Notwendigkeit des
Atombombenabwurfs, weiters „Lise Meitner – Die Mutter der Atombombe“
(23.20 Uhr) über die Physikerin und Erforscherin der Kernspaltung und
„Hiroshima – Der Tag, an dem die Atombombe fiel“ (0.15 Uhr).

Auch das ORF.at-Netzwerk widmet sich anlässlich des 80.
Jahrestages dem Abwurf der Atombombe, erinnert an die schrecklichen
Folgen und die atomare Abschreckungspolitik der darauffolgenden
Jahrzehnte. ORF ON stellt Streams der aktuellen TV-Sendungen bereit.
Auch im ORF TELETEXT sind der Atombombenabwurf und die Konsequenzen
Thema.

„Radiokolleg: Hiroshimas Enkel – 80 Jahre Atombombeneinsatz“,
Montag, 4. August, bis Donnerstag, 7. August, jeweils ab 9.05 Uhr in
Ö1

Am 6. bzw. 9. August jähren sich zum 80. Mal die Abwürfe der
beiden Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki –
der ersten Atombombeneinsätze in der Geschichte der Menschheit. Die
amerikanischen Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki fordern in den
ersten Jahren rund 230.000 Tote. Heute leben nur mehr wenige der
Hibakusha – der Atombombenopfer. Wie gehen jüngere Generationen mit
dem traumatischen Erbe um? Wie wirkt das Grauen in die dritte und
vierte Generation nach? Wie werden die Erzählungen der Hibakusha
tradiert und weitergegeben? ORF-Wissenschaftsjournalistin Judith
Brandner berichtet seit vielen Jahren in TV- und Radiosendungen,
Büchern und Artikeln über Japan. Bereits zum 70. Jahrestag der
Atombombenwürfe hat sie eine „Radiokolleg“-Reihe gestaltet. Nun hat
sie die Schauplätze des ersten Atombombenabwurfs in der Geschichte
nochmals besucht und mit Überlebenden und Nachkommen gesprochen.